Das war knapp! In einem äußerst spannenden Wettkampf schaffte unsere 2. Mannschaft am 1. Spieltag in der Bezirksoberliga einen mehr als mühevollen 4,5:3,5 Auftaktsieg gegen die SG Turm Idstein 2. Trotz deutlichem DWZ-Vorteil der Rheingauer Denksportler tat man sich erstaunlich schwer.

Für Erbach 2 ging es aber zunächst einmal gut los: Das Idsteiner Team hatte akute Aufstellungssorgen und konnte nur zu siebt antreten. Geschickterweise ließen die Idsteiner natürlich das erste Brett frei, so daß Guntram Althoff einen sehr ruhigen Schachsonntag verbringen durfte. Erbach ging mit diesem kampflosen Punkt 1:0 in Führung. Aber allzu oft muss das kein gravierender Nachteil sein - so wie auch in diesem Wettkampf...

Zwar konnte Uli Perll eine gut angelegte Partie durch einen Turmeinsteller seines Gegners ebenfalls schnell gewinnen und Erbach mit 2:0 in Führung bringen. Dieser Vorsprung wurde aber postwendend vom Schreiber dieser Zeilen leichtfertig verspielt: in einer bereits leicht vorteilhaften Stellung ließ er sich dazu verleiten, statt wie üblich die Figurenentwicklung ruhig abzuschließen, zu früh im Zentrum aktiv zu werden. Das voreilige Manöver wurde durch den jungen Idsteiner Spieler trocken ausgekontert und endete recht abrupt nach Qualitäts- und Bauernverlust in aussichtsloser Stellung. Somit schaffte Idstein den Anschlusstreffer: es stand nur noch 2:1 für Erbach.

An den übrigen Brettern sah es zu diesem Zeitpunkt jedoch überwiegend vielversprechend aus. Stefan Friedel an Brett 3 und Axel Herms an Brett 4 kamen gut aus ihren Eröffnungen heraus und gingen nun daran, im Mittelspiel weitere Vorteile anzusammeln. Richard Poreba an Brett 6 stand jedoch unter erheblichem Druck und sah sich einem starken Angriff auf seine Königsstellung ausgesetzt. An den beiden hinteren Brettern schien sich jedoch der Partieverlauf in eine für Erbach positive Richtung zu entwickeln: Aloys Jäckel hatte starken Angriff auf den gegnerischen König und somit sah diese Partie sehr vielversprechend aus. Aber auch der Mannschaftsführer der Rheingauer Denksportler Konrad Walther an Brett 8 hatte bereits entscheidenden Materialvorteil von zwei Bauern gegen seinen jungen Gegner angesammelt und stand somit quasi auf Gewinn.

Richard (an Brett 6) schaffte es, den energischen Angriff seines Gegners zu entschärfen und die Partie wieder in ruhiges Fahrwasser zu manövrieren. Nach einigem Hin- und Her einigten sich beide Kontrahenten dann doch auf den Friedensschluss durch Remis, so daß Erbach nun mit 2,5:1,5 in Führung ging. Wie sich später zeigte war dies der entscheidende halbe Punkt, der den Sieg sicherstellen sollte. Konrad gewann seine Partie wie erwartet sicher und baute den Vorsprung auf 3,5:1,5 aus. Es fehlte also nur noch ein Sieg (oder zwei Remis) zum Mannschaftssieg.

Und hier taten sich die Rheingauer nun wirklich schwer. Aloys verlor in seinen Angriffsbemühungen ein wenig den Faden. Er ließ den Abtausch seines starken Läufers zu und machte sich damit das Leben selbst unnötig schwer. Sein junger Gegner räumte ihm jedoch noch eine kapitale Großchance zum Damengewinn ein - die Aloys aber anscheinend nicht erkannte und seine Partie noch zum Verlust verdarb. Jetzt wurde es wieder knapp: erneuter Anschlusstreffer der Idsteiner!

Nun lag es an Axel und Stefan den nötigen Punkt zum Sieg noch einzufahren. Dies gelang dann auch durch einen schönen und sehr sicher erspielten Sieg von Stefan am dritten Brett. Damit war der Sieg geschafft. Die letzte noch laufende Partie spielte Axel. In Zeitnot und mit einem Mehrbauern ausgestattet spielte er in einem komplizierten Schwerfigurenendspiel mit Dame und zwei Türmen forsch auf Sieg weiter. Der geplante Angriff auf den gegnerischen König wurde von seinem Gegner mit einen Gegenangriff erwidert. Dadurch anscheinend beeindruckt änderte er seinen Plan und schaltete (vermutlich unnötigerweise) von Angriff auf Verteidigung um. Der gespielte defensive Zug schwächte allerdings seine eigene Königsstellung dann so sehr, daß er in der anschließenden Kombination zwingend seine Dame verlieren oder mattgesetzt würde. Da half alles nichts mehr - das Endergebnis von 4,5:3,5 stand somit fest.

Unterm Strich ein unerwartet hart erkämpfter und sehr knapper Sieg der Rosenstädter gegen nie aufgebende Idsteiner. Insgesamt wurden dann doch einige Brettpunkte zu leichtfertig liegengelassen. Beim nächsten Heimspiel gegen die Schachfreunde aus Dotzheim am 20. Oktober 2019 hat Erbach 2 dann die nächste Gelegenheit es besser zu machen. Gäste und Zuschauer sind zu unseren Mannschaftskämpfen in der Bezitksoberliga (Start ab 9:30 Uhr) natürlich herzlich eingeladen!